Eintracht Bad Kreuznach vs. 1. FC Kaiserslautern 0:6
Eintracht Bad Kreuznach

Eintracht Bad Kreuznach
vs.
1. FC Kaiserslautern 0:6

1. FC Kaiserslautern

12.07.2001, Friedrich-Moebus-Stadion, Freundschaftsspiel

Ticket
4500 Zuschauer

Am heutigen Donnerstag stellt sich der 1. FC Kaiserslautern in einem Testspiel bei der SG Eintracht Bad Kreuznach vor, Friedrich-Moebus-Stadion - TribŁne das trotz des regnerischen Wetters eine Menge von Zuschauern ins Friedrich-Moebus-Stadion lockt, von der der Oberligist bei normalen Ligapartien nur träumen kann. (Tatsächlich brachte man es selbst in einem Jahr Zweitligafußball vor jetzt auch schon 25 Jahren nur auf einen Schnitt von 3316.) Die Pfälzer blicken auf eine Saison zurück, die man angesichts der verpaßten Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb als verpatzt bezeichnen kann und die die Fans der roten Teufel vermutlich besonders angesichts diverser hoher Pleiten in der Rückrunde auch jetzt noch gelegentlich aus dem Schlaf schrecken lassen wird. Wiedergutmachung ist also angesagt, aber in der laufenden Saisonvorbereitung unterhält man beim FCK Medien und Öffentlichkeit lieber mit einer SitCom um den Weggang oder Verbleib von Yuri Djorkaeff, die schon wieder eine gewisse Skepsis hat einkehren lassen.

Der heutigen Aufgabe, ein standesgemäßes Ergebnis bei einem viertklassigen Gegner zu erspielen, sind die Roten jedenfalls ohne große Probleme gewachsen. Obwohl man offensichtlich im Aufbautraining ist und noch bei weitem nicht die Spritzigkeit erreicht hat, die zum Bundesligastart in guten zwei Wochen benötigt werden wird, hat man den Gegner jederzeit unter Kontrolle und erzielt mit schöner Regelmäßigkeit seine Treffer, bevor man sich dann mit einem halben Dutzend Toren zufrieden gibt, dem Oberligisten jedoch einen Ehrentreffer verweigert.


Das Publikum, unter dem sich zahlreiche Anhänger der Gäste finden, verfolgt die Partie ohne große Friedrich-Moebus-Stadion - Gegenseite Gefühlsregungen, wobei anzumerken ist, daß sich auch die rot-weißen Fans mit dem routinemäßigen Zünden von ein paar Rauchbomben, eine davon in oranger Farbe, in der Saisonvorbereitung zu befinden scheinen. Beim heutigen Spiel wirken solche Aktionen jedenfalls schon etwas deplaziert (wobei man sicher auch in bezug auf Pflichtspiele über den Sinn und vor allem den kreativen Gehalt von dauernden Standard-Rausch-Aktionen diskutieren mag).

Das Friedrich-Moebus-Stadion ist mit einer Kapazität von mehr als 20000 Zuschauern für Oberliga-Verhältnisse ein wenig zu groß geraten und wird wohl auch in der kommenden Spielzeit niemals auch nur annähernd so gut gefüllt sein wie bei der heutigen Partie. Neben einer Haupttribüne, wo man sich auf Holzbänken setzen darf (heute angesichts des Regenwetters und der fehlenden Überdachung ein wohl zweifelhaftes Vergnügen), gibt es ein Oval aus sechs Stufen, die in grasbewachsene Hänge übergehen, die ihrerseits begehbar sind und ebenfalls als Tribünen genutzt werden. Auf eine Beleuchtung wird verzichtet, während sich neben der Anlage ein Ascheplatz findet, der seinerseits mit Flutlicht ausgestattet ist, so daß Besuchswillige wohl bei Abend- und Schlechtwetterspielen nachfragen sollten, ob die Partie überhaupt auf dem Hauptplatz ausgetragen wird.

Die frühere Heimstätte der Eintracht, das Sportfeld Heidenmauer, hatte übrigens bereits seit 1930 über eine überdachte Tribüne verfügt, die dem Friedrich-Moebus-Stadion bis heute nicht vergönnt ist, bevor es einer Schule weichen mußte. Hier durfte das Team übrigens im Jahre 1950 seinen Rekordbesuch verbuchen, als bei der (damals erstklassigen) Oberligapartie gegen den heutigen Gegner 23000 Zuschauer ein 1:1 zu sehen bekamen - je nach Quelle ist sogar von 25000 Besuchern die Rede. Der Namensgeber Friedrich Moebus hatte der Stadt Bad Kreuznach übrigens 500000 Mark zum Bau eines Golfplatzes hinterlassen, letztere jedoch hat das Geld lieber in den Bau des 1,3 Millionen teuren Fußballstadions gesteckt (und immerhin noch eine Minigolfanlage errichtet), das neben der Eintracht auch noch von diversen Leichtathleten und Fußballvereinen genutzt wird.

Ein Teil der Informationen in diesem Bericht stammt aus Werner Skrentny: Das große Buch der Deutschen Fußballstadien, Göttingen (2001), Verlag die Werkstatt

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