Lodigiani Calcio vs. Ragusa Calcio 0:2
Lodigiani Calcio

Lodigiani Calcio
vs.
Ragusa Calcio 0:2

Ragusa Calcio

Ultra Lodigiani


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Letztes Spiel: Arminia Bielefeld vs. VfB Lübeck 14.02.2004, Stadio E. Rocchi Viterbo, Serie C/2
Nächstes Spiel:  SS Lazio vs. FC Empoli

Ticket
ca. 300 Zuschauer

Bei Lodigiani Calcio handelt es sich um einen Viert-, also C2-Ligisten, aus der italienischen Hauptstadt Rom, also einen Stadio E. Rocchi - TribŁne kleinen Lokalrivalen der beiden großen Teams Roma und Lazio, mit dessen Frauenabteilung man sich sogar das Stadion Flaminio als Heimspielort teilt. Angesichts der Tatsachen, daß die Römer als Viertletzter der Staffel C ihrer Serie alles andere als frei von Abstiegssorgen sind und heute mit Ragusa Calcio ein Club zu Besuch kommt, der als Vorletzter zu den direkten Rivalen gehört, würde man es wohl für eine sehr schlechte Idee halten, dieses Heimstadion für den heutigen Kick aufzugeben und stattdessen in einer fast einhundert Kilometer entfernten Stadt gegen die Sizilianier anzutreten, aber genau das ist der Fall, ist doch Lodigiani für das heutige Spiel ins nordwestlich von Rom gelegene Viterbo umgezogen, wo man im Stadion Enrico Rocchi des eine Klasse höher spielenden Clubs Viterbese Calcio Gelgenheit hat, die Partie auszurichten. Natürlich ist dieser Umzug nicht ohne Not vollzogen worden, im Stadion Flaminio findet am heutigen Tag ein internationales Rugby-Turnier statt, das Lodigiani zum Umzug in die Provinz gezwungen hat.

Tatsächlich ist Lodigiani Calcio am heutigen Tag niemals in der Lage, wie ein Heimteam aufzuspielen. Die Partie der ganz in Rot aufgelaufenen Stadio E. Rocchi - Hintertorbereich Römer ist von Abspielfehlern und Mißverständnissen geprägt und am Ende ist man nicht einmal in der Lage, sich auch nur eine einzige Torchance zu erarbeiten. Obwohl eine solche These natürlich nicht beweisbar ist, scheint es doch allzu offensichtlich, daß das Team mit dem ungewohnten Spielort nicht klar kommt. Im Spiel der Gäste herrscht ebenfalls viel Leerlauf, aber Ragusa zeigt zwischendrin ein paar bessere Szenen, die letztlich reichen, um die Partie sicher über die Bühne zu bringen und so zum ersten Dreier auf fremdem Platz in der laufenden Spielzeit zu kommen. Mit der ersten Torchance kommen die Sizilianer nach nur fünf Spielminuten zum Führungstreffer, eine gute Viertelstunde später erzielt der Torschütze des 1:0 namens Bonaffini seinen zweiten Treffer, der die Führung der Gäste absichert und die letzte Torchance der Partie gibt es dann noch im ersten Abschnitt nochmals zugunsten der Gäste, als ein scharfer Schuß nicht den Weg ins Tor findet, sondern vom langen Pfosten zurück ins Spielfeld springt. Am Ende gehen die mit ihren komplett blauen Dressen für die Farbverteilung einer Tischfußballpartie sorgenden Gäste verdient als Sieger vom Feld, wobei man sich die zweite Hälfte auch gut hätte sparen können, so wenig haben beide Mannschaften in diesem Abschnitt zu zeigen.

Obwohl man die Fans der Heimmannschaft mit freiem Eintritt anlockt, sind es nur ein paar Handvoll, die den Weg nach Viterbo auf sich nehmen, um hier Stadio E. Rocchi - Gegenseite ihre Farben zu unterstützen. Aus Sizilien scheint sogar überhaupt niemand den sicherlich auch sehr langen Weg zu der Partie gefunden zu haben, regt sich doch bei den Treffern der Gäste keinerlei Jubel, und auch in Viterbo selbst scheint das Interesse eher gering zu sein, obwohl auf der Homepage der Ultra Lodigiani von einer Fanfreundschaft zwischen Viterbo und den heutigen Gastgebern berichtet wird, die auch mit ein paar Fotos von Lodigiani-Fahnen bei Viterbo-Partien belegt wird. Die Fans der Römer selbst geben sich freilich alle Mühe, ihr Team nicht ohne Support zu lassen und sind nach dem Intro mit einem einzelnen bengalischen Feuer fast die ganze Partie über per Gesang aktiv, wozu man gelegentlich auch ein paar Schwenkfahnen einsetzt. Trotz der wirklich erbärmlichen Vorstellung ihrer Mannschaft gibt es von Seiten der rot-weißen Fans keinerlei offenkundigen Protest, sondern man beschränkt sich darauf, die Gastgeber bis zum Ende der Partie anzufeuern, auch wenn angesichts des Geschehens auf dem Platz nicht wirklich von "nach vorne brüllen" die Rede sein kann.

Beim Stadion Enrico Rocchi handelt es sich um eine eher einfache Anlage, die natürlich bei weitem nicht die Ausmaße des Stadio E. Rocchi - Lodigiani-Fans Stadio Flaminios erreicht. Zwar verfügt die Anlage über große und weithin sichtbare Flutlichtmasten, einen festen Ausbau gibt es aber alleine auf einer Längsseite, wo man eine Tribüne vorfindet, die im äußeren Bereich über nackte Betonstufen verfügt und im inneren Bereich mit blauen Schalen- und gelben Klappsitzen ausgestattet ist. Die Stufen im Außenbereich sind hoch genug, um darauf sitzen zu können, verzichten aber darüber hinaus auf jeden Luxus, was auch für den einer Überdachung gilt, die dem zentralen Bereich der Tribüne vorbehalten ist. Etwas derartiges gibt es auch nicht auf den provisorischen Tribünen um den Rest der Anlage, die heute gar nicht erst in Betrieb genommen werden: hinter beiden Toren und auf der Gegenseite gibt es Stahlrohrtribünen, die für zusätzliche Plätze sorgen, die bei Heimspielen von Viterbese, das als Spitzenteam in der C/1 auf dem Sprung in die Serie B sein könnte, möglicherweise auch benötigt werden. Ob die Fototapeten an den Wänden im Zugang zum Stadion, auf denen begeisterte Fans von Viterbo unter anderem bei einer Choreographie zu sehen sind, authentische Aufnahmen vom Home-Support der Anhänger des in Blau-Gelb agierenden eigentlichen Heimteams sind, ist sicherlich zweifelhaft, kann aber am heutigen Tag kaum beurteilt werden. Auf jeden Fall wird Viterbese wohl - sollte man die Anlage nicht ausbauen, wenn es wirklich mit dem Aufstieg klappt -, zu den Teams gehören, die über keinen wirklich der Liga angemessenen Spielort verfügen und es kann nicht einmal ausgeschlossen werden, daß das Stadion Enrico Rocchi in seiner heutigen Form als nicht zweitligatauglich eingestuft werden könnte, so daß es dann Viterbese Calcio sein könnte, das zum Umzug in einer andere Arena - vielleicht sogar das Stadio Flaminio? - gezwungen sein könnte.


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