Slavia Prag vs. Marila PřÝbram 5:1
Slavia Prag

Slavia Prag
vs.
Marila PřÝbram 5:1

Marila PřÝbram

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Letztes Spiel: SV Herbern vs. FSV Gescher 13.11.2004, Strahov (Evzena Rosickeho), Gambrinus Liga
Nächstes Spiel:  Slavia Prag B vs. FK Kolín

Ticket
1982 Zuschauer

Slavia Prag konnte in den letzten Jahren nie aus dem Schatten von Lokalrivalen Sparta hervortreten. Von den elf ausgespielten Strahov (Evzena Rosickeho) - freistehende Längsseite Meisterschaften nach der Auflösung der Tschechoslowakei sind acht an Sparta gegangen, Slavia konnte nur eine einzige - in der Spielzeit 1995/96 erringen. Im letzten Jahr schnappte sich Banik Ostrava den Titel, aber Sparta stand am Ende der Saison als Vizemeister einmal mehr vor Slavia, das als Vierter nicht einmal in den Europapokal einzog. Nach 13 Spieltagen der neuen Saison hinkt Slavia als Sechster der Tabelle hinterher, während Sparta wieder Tabellenführer ist. Der dritte Lokalrivale Dukla - immerhin zehmaliger tschechoslowakischer Meister - existiert inzwischen nicht mehr, wenn man von einer unterklassigen Neugründung absieht. Der eigentliche Dukla-Nachfolger aber heißt Marila PřÝbram, denn der frühere Armeeclub ist 1996 in die Vorstadt umgezogen, was formal als Fusion mit dem damaligen FC PřÝbram über die Bühne gebracht wurde. 2001/2002 stellte sich ein erster Erfolg in Form einer UEFA-Cup-Teilnahme ein, in der laufenden Spielzeit aber steht man mit 11 Punkten nur kurz vor einem Abstiegsplatz und muß sich erst mal aus dem Tabellenkeller absetzen.

Nach sechs Minuten erzielt Martin Latka das 1:0 für die Hausherren, zehn Minuten später erhöht Slavia auf 2:0 Strahov (Evzena Rosickeho) - Längsseite und nur fünfmal dreht der Sekundenzeiger seine komplette Runde, bevor die Gastgeber gar auf 3:0 erhöhen. Dabei hat man nie den Eindruck, daß Slavia mit voller Kraft spielen muß, vielmehr erzielen die Rot-Weißen die Treffer so einfach und mühelos wie sonst wohl nur im Training. Kurz vor Schluß gönnen sich die Spieler der Hausherren eine kleine Konzentrationsschwäche und begünstigen so einen Treffer für Marila PřÝbram, aber wer meint, daß der dazu angetan sein könnte, die Gäste noch mal in die Partie zurückzubringen, sieht sich getäuscht. Die Kontrolle bleibt bei Slavia, das sich im zweiten Abschnitt zunächst damit begnügt, seinen Vorsprung zu verwalten und dann quasi zwischendurch zwei weitere Treffer erzielt, so daß es am Ende 5:1 für die Hausherren heißt, aber selbst dieses Ergebnis gibt die Überlegenheit von Slavia nur unzureichend wieder, es hätten auch acht oder neun Treffer werden können.

Unter 2000 Zuschauer sind im geräumigen Strahov (Evzena Rosickeho) - Kurve Stadion Stahov keine allzu beeindruckende Kulisse und Anhänger von Marila PřÝbram sucht man völlig vergeblich, obwohl der Weg von PřÝbram nach Praha mit 65 Kilometern nicht eben einer Weltreise gleichkommt. Die Slavia-Anhänger haben sich bei dem kalten und regnerischen Wetter größtenteils im überdachten Oberrang niedergelassen und bieten von dort aus durchaus auch Support. Zunächst gibt es ein kleines Intro mit Konfettiwürfen und Papierrollen, danach singt man durch, wobei es auch eine Rolle spielen mag, daß man sich mit dem Support ein wenig aufwärmen kann. Zur zweiten Hälfte gibt es dann noch eine kleinere Pyroshow, die im wesentlichen aus einigen aufgestellten Tischfeuerwerken und einigen abgeschossenen Leuchtpatronen besteht. Diese Form des Supports würde wohl in Deutschland heftigen Protest durch den Stadionsprecher hervorrufen, in der Gambrinus-Liga macht man sich nicht die Mühe einer Durchsage.

Das Stahov ist nicht der traditionelle Spielort von Slavia, sondern bietet nur wegen des Neubaus eben dieses Spielorts, des Stadions "Eden" eine Strahov (Evzena Rosickeho) - Blick in die Kurve vorübergehende Heimstätte. Es verfügt über eine alleinstehende Tribüne auf einer Längsseite, die mit blauen Sitzen ausgestattet ist und drei zusammenhängende Tribünen in den Kurven und auf der Längsseite gegenüber, auf denen die Sitze in Rot und Weiß gehalten sind. Alle diese Tribünen sind doppelstöckig angelegt, wobei nur der Oberrang überdacht ist und zwar auf eine eher altmodische Art und Weise, die nicht ohne Stützpfeiler auskommt. Für Beleuchtung sorgt eine Flutlichtanlage, bei der Strahler nicht nur über vier Masten verteilt, sondern auch etwas erhöht parallel zu den Dächern der Längsseiten angebracht sind. Eine Anzeigetafel ist eigentlich nicht vorhanden, allerdings wird mit einer kleinen aufstellbaren Tafel nur für Zwischenergebnis und Spielzeit improvisiert. Vor allem in den Kurven ist man - und das ist der wesentliche Nachteil des ansonsten sehr schmuck anzusehenden Stadions - extrem weit vom Spielgeschehen entfernt, da die Anlage über eine sehr großzügig ausgelegte Laufbahn verfügt. Originell sehen die Eingänge in die Kurvenblöcke aus, die im Laufe der Kurve immer weiter nach oben wandern, aber das ist natürlich eigentlich weniger eine gestalterische Maßnahme als aus der Notwendigkeit geboren, da das Stadion seitlich in einen Hang hineingebaut ist und die Eingänge sich immer auf der Höhe des umliegenden Gebäudes befinden. Direkt neben dem Stadion findet man innerhalb des Strahov-Komplexes übrigens einen Dinosaurier unter den Stadien, das alte Spartakiádní Stadion, das Platz für 250000 Zuschauer bietet und in dessen Inneraum inzwischen gleich einige Fußballplätze und die Geschäftsstelle von Slavias Lokalrivalen Sparta Prag, untergebracht sind, nachdem die Anlage lange brachgelegen hat. Auf den Fußballfeldern im Innenraum werden offensichtlich nicht nur Trainingseinheiten abgehalten, sondern - auch heute - Jugendspiele ausgetragen. (Fotos).

Strahov (Evzena Rosickeho) - Totale vom Oberrang der Kurve aus gesehen

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